#4 Das Mindset der Neuen Welt

Das Mindset der Alten Welt zum Thema Entscheiden ist klar. Auf der Basis von Macht funktioniert es nach dem Prinzip ‘Ich weiß, wie es geht und setzte durch oder um, was ich brauche.’ Damit kann jede Diskussion zu einem Ergebnis gebracht werden. Wie sieht das Äquivalent dieser obersten Entscheidungsmaxime für die Neue Welt aus, in der es den Faktor Macht nicht mehr geben soll?

Die Neue Welt: Entscheiden ohne Macht

Auf der Basis von Macht zu entscheiden kommt nicht mehr so gut an. Doch ohne Macht zu Entscheidungen zu kommen, mit der alle leben können, das haben wir in der Alten Welt jedoch nicht so gut gelernt. Anweisungen gibt es nicht mehr und für Diskussionen auf Augenhöhe fehlen eine Reihe von Erfahrungen. Was uns in diesem System auch nicht oft vorgelebt wurde, ist eigenständiges Handeln, Übernahme von Verantwortung und die Möglichkeit, anhand von Fehlern zu lernen, ohne persönliche Nachteile zu erleiden. Für viele schwindet die Sicherheit.

Ein Dilemma. Ein neues Mindset muss her. 

Streichen wir im Mindset der Alten Welt ‘Ich weiß, wie es geht und setzte durch oder um, was ich brauche’ die Macht und suchen nach einer anderen Form der Meinungsbildung. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Wer entscheidet?

Beginnen wir beim Subjekt. Aus dem ICH der entscheidenden Einzelperson wird das WIR der Gruppe. Das war einfach.

Woher kommen die Ideen?

Weiter geht es mit der Kompetenz für die richtige Entscheidung und dem Weg dahin. Das WISSEN darum, WIE ES GEHT, das kam bisher nicht vom Himmel. Tatsächlich war es schon immer eigenes und fremdes Erfahrungswissen. Es waren erlebte, beobachtete, gehörte und angelesene Erfahrungen, immer wieder überprüft im Vergleich der erwarteten und erreichten Ergebnisse. Dieses Prinzip von Versuch und Irrtum wird uns auch in der Zukunft begleiten. Wir werden weiterhin gezielt nach neuen Lösungen SUCHEN müssen, unterstützt durch Analysen, Tests, Feldversuche etc. Gleichzeitig sollten wir uns für den Zufall offen halten, um etwas sehen oder FINDEN zu können, nachdem wir vielleicht gar nicht gesucht haben, oder nicht an dieser Stelle.

Was soll rauskommen?

Kommen wir zum Objekt der Begierde, der Qualität der Lösung. Was wird aus dem WAS ICH BRAUCHE, also der besten Lösung für den Moment für den Entscheider? Wie definieren wir, was nötig ist? Sicherlich können wir hier bei der BESTEN LÖSUNG bleiben, das klingt gut. Wer gibt sich schon gern mit weniger zufrieden, wem kann man die zweitbeste Lösung verkaufen, wer wird mit irgendwas ein Einhorn?

Für wen ist das Ergebnis wichtig?

Aber für wen soll es die beste Lösung sein? In der Alten Welt steht das ICH für den Eigennutz des Entscheiders, egal worin der bestand. Wer ist der Nutznießer in der Neuen Welt? Die Entwickler, das ganze Produktionsteam, das Controlling, die Geschäftsführer oder die Investoren? Sind es vielleicht sogar die Auftraggeber oder die Endkunden? Wie diese komplizierte oder komplexe Interessenlage aufgeschlüsselt werden kann, möchte ich gerne auf einen der folgenden Beiträge verschieben, in dem wir uns mit der Umsetzung des gerade Erarbeiteten beschäftigen. Die Formulierung FÜR ALLE BETEILIGTEN wäre mir völlig ausreichend. Wirklich aller? Ich denke, ja, denn ein Ausschluss einzelner Beteiligter an einem Projekt würde ja bedeuten, deren Ansprüche zu ignorieren, obwohl sie hinterher mit dem Ergebnis leben müssen. 

Wie wird die Entscheidung getroffen?

Was passt noch nicht? Das Prinzip ICH SETZE UM ODER DURCH müssen wir noch ersetzen, die Machtkomponente muss noch weg. Daraus kann nur ein Miteinander werden, GEMEINSAM wäre eine passende neue Formulierung, oder? Fertig!

Und was ist mit AGIL?

Yo, das Agile muss auch noch rein. Aber wie, was ist ‘agile’? Wie lässt es sich kurz und knapp definieren? Das Wort ‘agil’ gab es schon lange bevor das ‘agile Arbeiten’ erfunden wurde, es ist sogar schon ziemlich alt. Das etymologische Wörterbuch hilft uns weiter. Es findet seine Verwendung im Deutschen seit dem 16. Jh.und verweist über das Französische zurück zum Lateinischen. Die Bedeutung: körperlich und geistig sehr beweglich, regsam und wendig, in Bewegung setzen, treiben.

Vielleicht reicht für unseren Zweck aus, was ich als Beschreibung vor einiger Zeit sinngemäß in einem Tweet las, dessen Autor mir leider entfallen ist: Agilität bedeutet, immer wieder zu überprüfen, ob die Annahmen und Rahmenbedingungen der letzten Entscheidung noch stimmen und die Ergebnisse noch passen. Das hat man natürlich früher auch schon gemacht, aber nicht so häufig, die Zeiten waren geruhsamer. IMMER WIEDER könnte passen als Beschreibung für das permanente aktive Infrage stellen der eigenen Leistungen.  

Wie sieht das Mindset für die Entscheidungsfindung in der Neuen Welt jetzt aus, wenn wir alle Pusselteilchen zusammensetzen?

Gemeinsam suchen und finden wir immer wieder die beste Lösung für alle Beteiligten!

Ein ziemlich einfacher Satz, der viel Diskussionsstoff in sich birgt, sobald man sich aufmacht, ihn im eigenen Team umzusetzen.

Ist er zu einfach, um die Verhaltensänderungen zu erreichen, die wir brauchen? Wir werden sehen.

To be continued next monday – stay tuned for more and feed back and forward!

Mr. Columbo@ConradGiller

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