#1 Was ist eigentlich ein Mindset, wozu brauchen wir es und wie funktioniert es?

Das Mysterium ‘Mindset’

Das ‘Mindset’ ist eine tolle Erfindung unseres Gehirns, kann man nicht anders sagen. Es ist so etwas wie eine Verhaltens-Voreinstellung für bestimmte Situationen und sollte uns im Dreikampf der Evolution Vorteile verschaffen: Fortpflanzen, Überleben, Anpassen. Es sollte uns helfen, überlebenswichtige Entscheidungen im Streit mit unseren Konkurrenten um begrenzte Ressourcen schneller und gut zu fällen. Besser bei der Partnerwahl, schneller im Kampf um die Nahrung, cleverer in der Anpassung an veränderte Gegebenheiten. Hat ja auch irgendwie geklappt mit dem ‘nicht viel nachdenken, sondern aus den Tiefen des Hirns heraus handeln’.

Dieses entwicklungsgeschichtlich uralte Verhaltenssteuerungsprogramm haben wir immer noch und es leitet uns auch heute prima durch die Klippen des Alltags, auch wenn wir inzwischen in der Lage sind, intensiver über Entscheidungen nachzudenken. Machen wir aber nicht immer.

Mindsets im Alltag

Ein Beispiel für ein Mindset, das vermutlich jeder hat, ist der individuelle Umgang mit der Straßenverkehrsordnung, speziell den Hinweisen für angemessene Geschwindigkeit. Manche leben regeltreu und fahren immer nur so schnell, wie es erlaubt ist, höchstens. Andere interessieren sich nicht für die Schilder am Straßenrand und fahren, wie sie Lust haben und wieder andere fahren genau 10 km/h schneller, weil es dann noch nicht so viel kostet, wenn man erwischt wird.

Manche unterscheiden dann noch, ob sie alleine im Auto sitzen oder mit der Familie, andere eher, ob ein Vertreter der Ordnungsmacht in Sicht ist. Drei verschiedene Mindsets mit zwei Hilfsgrößen zur Anpassung eines Grundmusters an die Gegebenheiten. Wir haben auch ein Mindset in Bezug auf die Ampeln an der Kreuzung, manche Radfahrer sehen das komplett anderes als die meisten Autofahrer. Oder denken wir daran, was jeder so als passende Stelle zum Parken bezeichnet und selbstverständlich nutzt. Ich höre hier mal auf.

Mindsets sind Muster für Verhaltensweisen, auf die wir spontan zugreifen und mehr oder weniger unreflektiert ausführen. [Beim Parken in der 2. Reihe haben wir vielleicht kurzfristig leichte Gewissensbisse, aber wir sind ja gleich wieder weg.] 

Mindsets sind interne Entscheidungshilfen

Je öfter wir diese speziellen Handlungen ausführen, um so selbstverständlicher wird auf die Muster zugegriffen. Allerdings geht es beim Mindset nicht um die Handlungen selbst sondern um die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Handlung. 

Mindsets sind interne Entscheidungsvorlagen. Wir sparen Zeit und gewinnen Sicherheit, wenn wir bei Entscheidungsprozessen auf erfahrungsbasierte, erfolgversprechende Muster zurückgreifen können. 

Und davon haben wir eine ganze Menge, für alle möglichen Situationen. Die Frage ist, ob wir immer die passenden für die jeweilige Situation an Bord haben. Falls nicht kann es anstrengend werden. Denn Mindsets haben intern eine ziemlich hohe Priorität, ganz krass sind die für Veränderungsprozesse zuständigen. Die Hartnäckigkeit der Kollegen ’Das haben wir noch nie so gemacht’ und ‘Das haben wir schon immer so gemacht’ kennen wohl alle.

Was schon lange da ist lässt sich schwer ändern

Es wäre schön, wenn man diese Entscheidungsmuster einfach austauschen könnte, so wie ein Speicherkarten – Chipwechsel beim Handy. Alte-Arbeitswelt-Chip raus, Neue-Arbeitswelt-Chip rein. Rebooten. Läuft.

Wie schwierig das tatsächlich ist, das erlebe ich immer wieder in meinen Trainings zur Gesprächsführung in Konfliktsituationen. Damit das dort einfacher geht, habe ich vor einiger Zeit Columbos Regeln® entwickelt, ein Kommunikationsmuster der anderen Art für schwierige Gespräche, frei nach dem schrulligen TV-Inspektor aus Los Angeles. 

Was Columbo mit Mindset zu tun hat und wie mich einer der beiden Erfinder der Figur in einem Gespräch drauf gebracht hat?

To be continued next monday – stay tuned for more & feed back and forward!

Mr. Columbo@ConradGiller

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